06.08.16 Wie sieht die Zukunft der Schweizer Mobilität aus?

 


Schweizer aus aller Welt sind an diesem Wochenende zu ihrem 94. Jahreskongress in Bern zusammengekommen, der zeitlich mit dem 100-jährigen Bestehen der Auslandschweizer-Organisation (ASO) zusammenfällt. Nach dem festlichen Teil, der am gestrigen 5. August 2016 auf dem Bundesplatz stattfand, stand der heutige Tag ganz im Zeichen der Reflexion.

 

«Dieser Tag versteht sich als Auseinandersetzung mit der Mobilität in Vergangenheit und Gegenwart. Ferner bietet er Gelegenheit zur Erörterung der künftigen Entwicklung aller Fragen der Auswanderung sowie zum Nachdenken über bessere Auswanderungsbedingungen für unsere Landsleute.» Mit diesen Worten eröffnete Remo Gysin, Präsident der Auslandschweizer-Organisation (ASO), die Veranstaltung.

 

Die verschiedenen Redner zeichneten die Geschichte der Schweizer Migration und die der ASO nach. Überdies erläuterten sie die Konsequenzen der Mobilität für die verschiedenen Bereiche der Wirtschaft, der Kultur sowie für Ausbildung, Forschung und Medien. Der Tag lieferte Reflexionsansätze zur Zukunft der Schweizer Mobilität und damit auch zur künftigen Rolle der ASO.

 

Im ersten Redebeitrag des Kolloquiums erörterte der Migrationsexperte Professor Gianni D’Amato die Migration in Vergangenheit und Gegenwart und definierte, dass «nur dann von Auswanderung die Rede ist, wenn eine Grenze überschritten wird und dies für mindestens ein Jahr. Heute bleiben Schweizer Bürgerinnen und Bürger aber nicht mehr an einem Ort, sondern bewegen sich hin und her, wie etwas Zirkuläres.» Bernhard Altermatt von der Universität Freiburg ging auf die Geschichte der Auslandschweizer-Organisation, ihren Sinn und Zweck im Lauf der Zeit und vor allem auf den Kontext ihrer Gründung ein: «Die Auslandschweizer waren ganz vom Ersten Weltkrieg betroffen. Manche wurden zum Opfer und viele waren in ihrem Wohnort nicht mehr erwünscht. Eine damalige Initiative wollte alle Auslandschweizer wieder in die Schweiz zurückholen. Da hat sich natürlich viel verändert, aber die Idee von Auswanderung und Rückkehr ist auch heute eine Realität.»

 

Nach dieser allgemeinen Vorstellung legte Adrian Beer, CEO der GrupoBeer, die Folgen der internationalen Mobilität dar, wobei er sich auf seine eigenen Erfahrungen als Auslandschweizer berufen konnte. Madeleine Betschart, Direktorin des Centre Dürrenmatt Neuenburg, äusserte sich zum kulturellen Bereich, während Mauro Dell’Ambrogio, Staatssekretär für Ausbildung, Forschung und Innovation, erklärte, dass «die Schweiz für ihre humanitäre Aktivität und ihre Wirtschaft bekannt ist, aber auch immer mehr für die Ausbildung und die Forschung. Die schweizerischen Universitärten sind in den internationalen Rankings sehr gut platziert. Die Mobilität spielt dabei eine sehr grosse Rolle, da die wissenschaftliche Aktivität extrem internationalisiert ist.» Mariano Tschuor, Leiter des Stabsbereichs Märkte und Qualität der Generaldirektion der SRG SSR, erläuterte die Entwicklung der Medien.

Am Ende des Tages legten die Vertreter des Auslandschweizer Jugendparlaments ihren Standpunkt und vor allem ihre Erwartungen dar und erklärten, dass «die jungen Auslandschweizer sind motiviert und wollen sich engagieren. Man muss ihnen nur den Raum geben, um sich zu äussern und zu organisieren.»

 

Schliesslich verständigten sich die Teilnehmenden über die Ziele, die die ASO verfolgen sollte, um die Mobilität unserer Landsleute zu fördern und die Interessen der Fünften Schweiz bestmöglich zu vertreten: die Verbindung der Auslandschweizer zur Schweiz, aber auch untereinander aufrechterhalten, vor allem aber auch das Interesse der jungen Generation wecken. Sie repräsentieren die Zukunft und sind sehr mobil. Nicht zu vergessen ist das E-Voting, damit die Auslandschweizer ihre politischen Rechte wahrnehmen können.

 

Der Auslandschweizer-Kongress wird einmal jährlich in der Schweiz abgehalten. Zu diesem Anlass kommen mehrere hundert Schweizer aus aller Welt zusammen. Die von der ASO organisierte Veranstaltung hat zum Ziel, den Mitgliedern der Fünften Schweiz in der Schweiz besser Gehör zu verschaffen. Sie versteht sich aber auch als Plattform für den Austausch und die Diskussion zwischen Schweizerinnen und Schweizern aus dem In- und Ausland über aktuelle Themen, die unser Land betreffen.

 

Die ASO stellt Journalisten Fotos lizenzfrei auf ihrer Website zur Verfügung: http://aso.ch/de/Informationen/Medien

 

 

Partner der Veranstaltung: