19.08.17 «Inland- und Auslandschweizer: eine Welt!»

 


An diesem Wochenende sind Schweizer aus aller Welt in Basel zu ihrem 95. Jahreskongress zusammengekommen. Das Thema «Inland- und Auslandschweizer: eine Welt!» bot an diesem Tag die Gelegenheit für eine Bestandsaufnahme, was die Eidgenossen trennt und vereint, und die Erörterung der Frage, ob ein «Graben» zwischen Schweizern im In- und Ausland besteht.

 

«Die Schweiz endet nicht an ihrer Landesgrenze. Das verdeutlichen rund 780’000 Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland leben» Mit diesen Worten eröffnete Remo Gysin, Präsident der Auslandschweizer-Organisation (ASO), die Plenarversammlung.

 

Während sich der Auslandschweizerrat am Vortag zur Reform der Altersvorsorge 2020 geäussert hatte, betonte der Vizepräsident des Bundesrates, Alain Berset, der den Reigen der Beiträge eröffnen sollte, in seiner Rede, dass: «Die Reform sichert die Renten, hält das Rentenniveau und passt die Altersvorsorge den heutigen Bedürfnissen an.» Er unterstrich des Weiteren, dass: «Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland leben, sind eine Bereicherung für die Schweiz und die Welt».

 

Gestützt auf eine Studie aus dem Jahr 2016 berichtete Thomas Milic, Leiter Bereich Abstimmungen und Wahlen der Forschungsstelle sotomo, über das unterschiedliche Stimm- und Wahlverhalten von Inland- und Auslandschweizern. Zwar bestehen kaum Unterschiede beim Wahlprofil. Unsere Landsleute im Ausland sorgen sich jedoch weniger um die Flüchtlingskrise und deutlich stärker um die Beziehungen zwischen der Schweiz und Europa. Angesichts der Tatsache, dass sechs von zehn Auslandschweizern in Europa leben, sind viele unmittelbar von diesem Thema betroffen.

 

Die folgenden Beiträge drehten sich um den Nationalitätsgedanken. Die Schriftstellerin Irena Bre?ná stellte fest: «Wenn man sich für etwas einsetzt, dann ist es Heimat». Und: «Ausserhalb hat man einen anderen Blick auf das Land.» Die jungen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer erklärten, dass sie durch den Besitz zweier Pässe nicht weniger schweizerisch seien, sondern im Gegenteil ihre Schweizer Identität dank dieser doppelten Staatsangehörigkeit besser zu schätzen wüssten.

 

Bei einer Podiumsdiskussion am späten Nachmittag hoben die Teilnehmer hervor, welch grosse Bereicherung die Landsleute im Ausland für die Schweiz darstellten. So erklärte Pascale Baeriswyl, Staatssekretärin des EDA, dass «die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer ein Stück weit Botschafter im Ausland sind – und dafür sind wir sehr dankbar».

 

Die Direktorinnen der ASO, Ariane Rustichelli und Sarah Mastantuoni, äusserten abschliessend ihr Fazit, dass es in einer globalisierten Welt, in der die Mobilität und die kurzfristigen Auslandsaufenthalte stetig zunähmen, nur eine Frage der Zeit sei, bis zwei Welten – die der Inland- und die der Auslandschweizer – miteinander verschmelzen.