18.08.17 Altersvorsorge 2020 und Einsetzung des Auslandschweizerrates 2017-2021

 


An der Sitzung des Auslandschweizerrates (ASR), die am Freitag in Basel stattfand, kamen 116 Delegierte aus der ganzen Welt zusammen. Dabei nahmen erstmals die für die Amtsperiode 2017–2021 neu gewählten Mitglieder teil. Neben der Amtsbestätigung des Präsidenten, der Inlandmitglieder und des Vorstands der Auslandschweizer-Organisation (ASO) sowie der Wahl zweier neuer Inlandmitglieder des Vorstands beschlossen die Delegierten die Unterstützung der Altersvorsorge 2020 und sprachen über die Problematik der Bankbeziehungen der Fünften Schweiz.

 

Einsetzung des Auslandschweizerrates

Zwischen Januar und August 2017 waren die Schweizer auf der ganzen Welt dazu aufgerufen, ihre Vertreter für den Auslandschweizerrat zu wählen. Die von unseren Bundesbehörden als offizielles Sprachrohr der Auslandschweizer anerkannten 140 Delegierten des Auslandschweizerrates treffen sich zweimal jährlich, um Belange in direktem Zusammenhang mit der Fünften Schweiz zu erörtern und so bestmöglich die Interessen der 775'000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer zu vertreten.

Eine Neuerung für die anstehende Amtsperiode bestand in einem in Australien und Mexiko durchgeführten Pilotprojekt, das es den in diesen beiden Ländern registrierten Auslandschweizern ermöglichte, ihre Delegierten dank des Genfer Systems CHVote direkt online zu wählen. Die Mitwirkung an demokratischen Prozessen muss allen Auslandschweizern offenstehen. Durch das E-Voting-System wird dies gewährleistet.

Weitere Informationen zum ASR und zum Pilotprojekt: http://aso.ch/de/politik/asrwahlen-2017

 

Neue Inlandmitglieder im Vorstand der Auslandschweizer-Organisation (ASO)

Der neue Auslandschweizerrat hat die Nationalräte Laurent Wehrli (FDP/VD) und Claudio Zanetti (SVP/ZH) zu neuen Inlandmitgliedern des ASO-Vorstandes gewählt und den bisherigen Präsidenten Remo Gysin in seinem Amt bestätigt.

 

Altersvorsorge 2020

Schockiert über die jüngsten Aussagen der FDP-Präsidentin Petra Gössi, die behauptet hatte, die AHV-Rentner im Ausland seien Schmarotzer, legten die Delegierten Wert darauf, sich zur Reform der Altersvorsorge 2020 zu äussern, obwohl das Thema bisher nicht auf der Tagesordnung gestanden war. Da sie es nicht akzeptieren können, als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden, beschlossen sie mit 80 zu 22 Stimmen und 8 Enthaltungen, die Reform zu unterstützen. Bundesrat Alain Berset, der für dieses Projekt zuständig ist, wird sich morgen an die in Basel versammelten Auslandschweizer wenden.

 

Bankbeziehungen

Die Problematik der Bankbeziehungen, die am Vortag Thema einer Pressekonferenz war, war ebenfalls Diskussionsgegenstand. Seit 2008 lehnen die Banken in der Schweiz Auslandschweizer als Kunden sehr häufig ab bzw. verlangen im Falle einer Aufnahme in der Regel deutlich höhere Kontoführungsgebühren als für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Die ASO versucht, über ihre Mittler im Parlament eine gesetzgeberische Lösung zu finden, da weder die wiederholten Anfragen an die zuständigen Departemente des Bundes noch die Kontaktaufnahme mit den Schweizer Banken, der Schweizerischen Bankiervereinigung oder dem Schweizerischen Bankenombudsmann zu einer einvernehmlichen Lösung geführt haben.