Bankdienstleistungen

Seit mehreren Jahren ist der Zugang zu Schweizer Bankdienstleistungen aus dem Ausland zunehmend Restriktionen ausgesetzt. Der Grund liegt in Rechtsnormen der jeweiligen Länder, welche den Marktzugang auswärtiger Finanzdienstleister einschränken. Zusätzlich verunmöglichen internationale Sanktionen gegen bestimmte Länder (siehe Länderliste des Seco) die Erbringung von Finanzdienstleistungen aus der Schweiz, auch z.B. Online-Banking. Zudem verlangt das schweizerische Aufsichtsrecht aufgrund internationaler Standards von Schweizer Banken bei jeder Kundenbeziehung die Berücksichtigung des Länderrisikos auch unter dem Gesichtspunkt der Geldwäscherei- oder Korruptionstendenz, was zur Anwendung einer sog. erhöhten Sorgfaltspflicht führen und für dort domizilierte Kunden starke Einschränkungen zur Folge haben kann. Schliesslich haben sich Schweizer Banken aufgrund der durch die Regelungsdichte ansteigenden Compliance-Kosten zu einer Konzentration des Angebots auf jene Märkte entschlossen, in denen die Kunden­basis noch als betriebswirtschaftlich tragfähig beurteilt werden kann. Andere Banken wiederum bedienen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer auch unbesehen der Nachfrage in den einzelnen Ländern unter Einhaltung der spezifischen regulatorischen Gegebenheiten. Wieder andere Banken konzentrieren sich auf den inländischen Markt.

 

Die ASO setzt sich seit Jahren für eine Verbesserung dieser Situation ein, so z.B. mit verschiedenen Vorstössen im National- und Ständerat, durch direkte Gespräche mit Banken, Kontakten zu Branchenverbänden und den Bundesbehörden.

 

Die positive Erkenntnis aus all diesen Bemühungen ist: Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer aus zahlreichen Domizilländern können bei mehreren Schweizer Banken Bankbeziehungen unterhalten.

 

Folgendes ist dabei zu beachten:

 

  • Das Gespräch mit der Bank sollte unbedingt frühzeitig – also noch vor dem Umzug ins Ausland – durchgeführt werden, denn Produkte- und Serviceangebot können je nach künftigem Domizilland differieren und im Vergleich zur Schweiz einen geringeren Umfang aufweisen. Auch machen einzelne Banken eine Unterscheidung im Umgang mit bisherigen Kunden, die ins Ausland ziehen, und Neukunden, die erst aus dem Ausland eine Geschäftsbeziehung aufnehmen wollen.
     
  • Während des Aufenthaltes im Ausland kann es von Vorteil sein, Zahlungen aus schweizerischen Quellen (z.B. AHV-, Renten- und Versicherungszahlungen, Mieteinkünfte etc.) getrennt zu halten von einem im Ausland erzielten Einkommen. Auch ein internationaler Umzug während des Auslandaufenthalts (bspw. von Frankreich nach Kanada) sollte sowohl bei den Schweizer wie auch den ausländischen Banken angekündigt werden.
     
  • Beim Umzug aus dem Ausland zurück in die Schweiz empfiehlt es sich, die Bank frühzeitig einzubeziehen, beispielweise damit falls nötig der Herkunftsnachweis über im Ausland erworbene Vermögenswerte oder Steuerunterlagen beschafft werden können, so dass schliesslich die Bankverbindung den veränderten Lebensumständen wieder entspricht.

 

Wer trotz Reklamation mit seiner Bank keine für ihn befriedigende Lösung findet, kann sich an den Schweizerischen Bankenombudsman wenden (www.bankingombudsman.ch). Ein Schlichtungsverfahren ist für Bankkunden kostenlos. Diese unabhängige Institution steht allen Bankkunden offen, selbstverständlich auch Auslandschweizern.

 

Das für den Einzelfall am besten passende Paket ist abhängig von den individuellen Verhältnissen und weiteren Variablen, so dass es empfehlenswert ist, für den konkreten Bedarf bei mehreren Banken anzufragen, um Angebotsumfang und Kosten zu kennen und dann seine Wahl treffen zu können.

 

Unter den nachfolgenden Links sind Banken mit ihren Kontaktdaten bzw. Angebotskonditionen aufgeführt, die Bankbeziehungen für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer führen: